{"id":14,"date":"2026-07-15T13:50:55","date_gmt":"2026-07-15T11:50:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schlaudi.de\/?page_id=14"},"modified":"2026-07-15T13:50:55","modified_gmt":"2026-07-15T11:50:55","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.baerenfels.de\/geschichte\/","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Geschichtliches zum Kurort B\u00e4renfels<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Entstehung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als offizielles Gr\u00fcndungsjahr wird das Jahr 1503 angenommen. B\u00e4renfels hat seinen Namen nicht von dem hier fr\u00fcher ans\u00e4ssigen Raubtier, sondern von seinen Gr\u00fcndern den Herren der Burg und Herrschaft B\u00e4renstein, die sich fr\u00fcher Bernstein schrieben. Zwischen 1546 und 1559 erhielt Hans von Bernstein bei einer Aufteilung der Herrschaft B\u00e4renstein &#8222;etliche D\u00f6rfer und W\u00e4lder an der Wei\u00dferitz, dieselben zu einem Rittergut vereinigte und sich daselbst das Schlo\u00df B\u00e4renfels erbaute.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Rittergut<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als erstes wurde auf frisch gerodetem Boden der Rittersitz als Gutshof mit Herrensitz gebaut. Vermutlich war er mit den damals \u00fcblichen Viehstallung versehen. Das Vieh wurde auf die Waldweide getrieben. Vom Gut aus wurden die in der N\u00e4he des Hofes angelegten Felder und die Wiesen an den H\u00e4ngen und im P\u00f6beltal bewirtschaftet. Hier wurde auch das bei gro\u00dfen Jagten in Mengen erlegte Wild gesammelt. Von hier aus wurde auch die bald an Wichtigkeit zunehmende Verwertung der Holzbest\u00e4nde geregelt. Diese Funktion hat der Gutssitz heute noch in Form das staatlichen Forstamtes B\u00e4renfels. Es ist davon auszugehen, da\u00df der Hof des Rittegutes in seiner Form der damals angelegten weitgehend entspricht. Er wird beherrscht von dem gro\u00dfen aus zwei Bauteilen verschiedenen Alters zusammengesetzten Wohnhaus. Das Wohnhaus hebt sich durch sein hohes, steiles Schieferdach hervor. An den Wetterseiten im Obergescho\u00df ist es mit Brettern verkleidet. Im Erdgescho\u00df birgt es mehrere R\u00e4ume mit wuchtigen W\u00f6lbungen, die heute die Forstverwaltung beherbergen. Links neben dem Wohnhaus steht ein Turmh\u00e4uschen mit einem Dachreiter auf einem Kr\u00fcppelwalmdach. Die kleine Glocke stammt aus dem Jahr 1741. Der Hof B\u00e4renfels war der Sitz einer kleinen Grundherrschaft, haupts\u00e4chlich zwischen Wei\u00dferitz und P\u00f6belbach gelegen, zu der au\u00dfer B\u00e4renfels mit seinem Rittergut von rund 1.000 Acker (~ 550 ha) die &#8222;Pertinenzen Dorf Schellerhau, die Eule und Zinnkluft (zwei Bergbauanlagen im oberen Gebiet des Saubaches) mit dem Dorfe Kipsdorf sowie der H\u00fctten und Pochwerke an der P\u00f6bel&#8220; geh\u00f6rten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bev\u00f6lkerung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bedarf an Arbeitskr\u00e4ften f\u00fcr die Forst- und Landwirtschaft gab den Ansto\u00df zur Anlage eines D\u00f6rfleins, jener H\u00e4userzeile, die an der westlichen Seite der gegen\u00fcber dem Haus \u201eBernf\u00f6ls\u201c nach Schellerhau zu ansteigenden Stra\u00dfe heute noch erkennbar ist. Im Jahre 1564 nennt das Landessteuerregister \u201edie G\u00e4rtner zum Bernfels\u201c, z\u00e4hlt sie zwar noch zu Schellerhau, gibt aber doch die Gewi\u00dfheit, dass eine kleine Siedlungsgruppe bald nach der Gr\u00fcndung des Rittergutes vorhanden gewesen ist. Matthias OEDER benennt und zeichnet auf der um 1589 vollendeten Karte des Amtes Altenberg \u201e6 heuslein\u201c auf der H\u00f6he, dazu im Wei\u00dferitztale an der Einm\u00fcndung des Salzleckenbaches ein \u201ebuchwergk\u201c (=Erzpochwerk), unterhalb davon \u201eAlbrechts von Bernstein bret mul\u201c, die bis ins 20. Jahrhundert hinein betriebene B\u00e4renfelser M\u00fchle, und etwas weiter abw\u00e4rts eine spurlos verschwundene M\u00fchle. 1618 zeichnet ZIMMERMANN auf seiner Mappa schon die Reihe der 9 H\u00e4user. In seiner Grundanlage ist B\u00e4renfels demnach als Gutshof mit H\u00e4userzeile auszufassen; seine Flur besteht von Anfang an aus gro\u00dfen Gutsbl\u00f6cken und sehr kleinen, meist streifenartigen Feldst\u00fccken (Flurparzellen). Nach seiner geschichtlichen Entwicklung stellt es den Typ einer Sp\u00e4tsiedlung durch Waldkolonisation dar. Auf Rittergutsboden angesetzt, hatten die vornherein gutsuntert\u00e4nigen, fronpflichtigen \u201eG\u00e4rtner\u201c nur die jeweils an ihre H\u00fctten angrenzenden Grasg\u00e4rten zugeteilt erhalten, mit der Erlaubnis, ihr Vieh mit dem des Gutes zusammen zur Weide in den Wald treiben zu lassen. Ihre Viehhaltung konnte somit nur gering sein. Au\u00dferdem bot sich ihnen gelegentlich die M\u00f6glichkeit, als Tagel\u00f6hner, Holzf\u00e4ller oder K\u00f6hler f\u00fcr das Rittergut zu arbeiten. Sie standen also in weitgehender Abh\u00e4ngigkeit von der Gutsherrschaft, selbst wenn Frondienste ihnen nur in m\u00e4\u00dfigem Umfang auferlegt wurden, wie die am 21.03.1733 vorgenommene Erneuerung eines alten Erbregisters aufweist: Im Laufe eines Jahres hatten alle neun H\u00e4usler mit ihren Familien zusammen 20 M\u00e4htage, 80 Tage des Sichelns oder Rechens, gegen geringe Entlohnung Handlangerdienste bei etwaigen Bauarbeiten auf dem Gute zu leisten und schlie\u00dflich \u201eBotschaft zu laufen\u201c, wozu im besonderen Fall vielleicht auch das verbringen der Jagdbeute gerechnet wurde. Ihre Berufsarbeit war hart, der Verdienst \u00e4u\u00dferst gering, die Lebenshaltung infolgedessen \u00fcberaus d\u00fcrftig, so dass auch flei\u00dfig die Fr\u00fcchte des Waldes gesammelt werden mu\u00dften. Der Mangel an eigenen Feldern machte Getreidezufuhr von au\u00dfen, namentlich von B\u00f6hmen her, n\u00f6tig. Stockte sie, etwa im Winter, bei Mi\u00dfernten oder bei kriegerischen Verwicklungen, so zogen Hunger und Elend in die \u00e4rmlichen H\u00fctten ein. Wiederholte Klagen \u00fcber die K\u00e4rglichkeit der Landausstattung bewirkten erst in der Zeit der Frondienstabl\u00f6sungen, dass jeder der neun Garteninhaber gegen Barzahlung einen Streifen der Hirschwiese an der Ostseite der Stra\u00dfe und einen weiteren an der \u201efaulen Pf\u00fctze\u201c s\u00fcd\u00f6stlich vom Spitzberg \u2013 zusammen etwa zwei Scheffel (=55a) \u2013 von der staatlichen Forstverwaltung abgetreten erhielt. Die auff\u00e4llig gebrochene Form dieser letztgenannten Flurst\u00fccke r\u00fchrt daher, dass jeder K\u00e4ufer ein St\u00fcck vom feuchten und eine anderes vom trockenen Gel\u00e4nde nehmen mu\u00dfte. Auf der Flurkarte von B\u00e4renfels f\u00e4llt die eigenartige Schmalheit der Gemeindeflur (38 ha ohne das Rittergut) auf. Sie erkl\u00e4rt sich aus dem geringen Raum auf dem schmalen Riedel. Die Einschn\u00fcrung in der Mitte aber ergibt sich aus dem Heranreichen des besonders unfruchtbare und steile H\u00e4nge bildenden Quarzporphyrs das Spitzberges. Die Ans\u00e4tze bei der Hirschwiese und bei der Faulen Pf\u00fctze stammen aus nacheinander erfolgten Rodungen. Im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg mit seinen Pl\u00fcnderungsz\u00fcgen und Pestseuchen starb das D\u00f6rfchen, wie das benachbarte Niederp\u00f6bel, v\u00f6llig aus. Nach einem Bericht des Kantors Julius SCHMIDT wohnten 1701 erst wieder zwei Tagel\u00f6hner, ein Zaunknecht, ein Flursch\u00fctze und ein Holzschl\u00e4ger hier. An der B\u00f6hmischen Stra\u00dfe war dazu ein Anwesen entstanden, das 1672 die Schankberechtigung erhielt und noch heute der Gasthof des Ortes ist. Acht Jahre sp\u00e4ter baute man dem \u201ereutenden F\u00f6rster des B\u00e4renfelser Forstreviers\u201c, dessen Amtssitz von Hermsdorf hierher verlegt worden war, ein ger\u00e4umiges Wohngeb\u00e4ude, das jetzige \u201eAlte Forsthaus\u201c. Wohl in der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts vermehrte sich B\u00e4renfels um einige forsteigene Anwesen, darunter die Kleinbauernstelle, die jetzt als kirchliches Erholungsheim u.a. den Diakonissinnen der Erholung dient. 1814 waren 10 H\u00e4user mit 85 Einwohnern, 1864 15 \u201eG\u00e4rtner- und H\u00e4uslerwohnungen mit 111 Bewohnern vorhanden. 1945 erreichte die Einwohnerzahl mit ca. 500 den H\u00f6chststand. Es waren viele Fl\u00fcchtlinge aus Ostpreussen, Pommern, Ungarn und aus dem nahen Dresden hinzugekommen. Einige von ihnen leben noch heute in B\u00e4renfels. Sommerfrischen- und Ausflugsverkehr seit den letzten beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, dann auch der Wintersport und die leichtere Verbindung mit der Gro\u00dfstadt Dresden durch die Vollendung der Wei\u00dferitztalbahn (1883) ver\u00e4nderten Bild und Wirtschaft des Ortes vollst\u00e4ndig. Das stille, m\u00fchsam vegetierende D\u00f6rfchen wurde zum Kurort, dessen st\u00e4ndige Einwohnerzahl wesentlich durch das Personal der Fremdenheime anwuchs. 1905 wurde das Kurheim \u201eKaiserhof\u201c gebaut. Ein j\u00fcngerer Siedlungsansatz ist der um die B\u00e4renfelser M\u00fchle. In der DDR wurden neue H\u00e4user haupts\u00e4chlich am S\u00fcdausgang des Ortes gebaut. Kurz vor und nach der politischen Wende 1990 wurden wieder vermehrt neue H\u00e4user in Baul\u00fccken im Ort gebaut. Seitdem wurden viele H\u00e4user liebevoll renoviert. B\u00e4renfels ist Aufgrund seiner sch\u00f6nen Lage ein bevorzugter Wohnort. So gibt es so gut wie keine leerstehenden oder unbewohnten H\u00e4user. Lediglich das ehemalige Kurheim \u201eKaiserhof\u201c, was zwischenzeitlich FDGB-Heim \u201eMax Niklas\u201c und \u201eSachsenhof\u201c hie\u00df wartet mit seinen Nebengeb\u00e4uden seit der Wende vergeblich darauf aus dem Dornr\u00f6schenschlaf erweckt zu werden. Ansonsten erwartet B\u00e4renfels auch heute seine G\u00e4ste in stilvollen Restaurants und Pensionen und ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Flurnamen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufschlussreiche Einblicke in die naturgegebenen, kulturgeschichtlichen, wirtschaftlichen und volkskundlichen Verh\u00e4ltnisse eines Gebietes k\u00f6nnen uns \u00fcberlieferte Sonderbezeichnungen f\u00fcr gewisse Gel\u00e4ndeteile, die Flurnamen im weitesten Sinne, geben. F\u00fcr B\u00e4renfels seien neben den schon behandelten folgende betrachtet: s\u00fcd\u00f6stlich vom Spitzberg liegt die \u201eFaule Pf\u00fctze\u201c, eine \u00d6rtlichkeit, in der sich zeitweilig infolge tr\u00e4gen Abflusses Wasser ansammelt, die aber schlie\u00dflich durch eine Seitenader des Salzleckenbaches entw\u00e4ssert wird. In der allm\u00e4hlich sich herausbildenden Senke schlie\u00dft sich bezeichnenderweise der jetzt bewaldete Flurteil \u201eNasse Wiese\u201c an. Die ebenfalls aufgeforstete \u201eKunswiese\u201c d\u00fcrfte mit ihrem Namen auf eine bergbauliche Anlage hinweisen, die sich am nahen Lindenhofe befand. Am Nordfu\u00df des Spitzberges und s\u00fcd\u00f6stlich davon an der Stra\u00dfe nach Schellerhau finden sich die \u201eR\u00e4ume\u201c oder \u201eR\u00e4umeriche\u201c, mundartlich \u201eReimerche\u201c. Das sind Flurteile, die noch nach der Hauptsiedlungszeit durch Ausr\u00e4umen, durch Roden, gewonnen wurden. Die \u201eAlte Vieh treb\u201c (Viehtreibe) gew\u00e4hrte die M\u00f6glichkeit, das Vieh aus der Waldhutung am Spitzberg an die an der Freiberger Wand zu f\u00fchren. Die Namen von sieben w\u00e4hrend des 17. Jahrhunderts im engeren Ortsbezirk gemuteten, aber unbedeutend gebliebenen Erzgruben sind bis auf einen, den der \u201eGlaskopf Fundgrube\u201c (Glaskopf=gediegenes Eisen), vergessen. Die<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>B\u00f6hmische Stra\u00dfe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die B\u00f6hmische Stra\u00dfe l\u00e4\u00dft sich vom Nordb\u00f6hmischen Becken her \u00fcber Zaunhaus, Rehefeld, Schellerhau nach B\u00e4renfels verfolgen. Von dort zieht sie sich \u00fcber den Hofeh\u00fcbel in Richtung Dippoldiswalde weiter. Die genaue Streckenf\u00fchrung verr\u00e4t heute keine Karte mehr, so dass wir nicht wissen, ob sie \u00fcber Schmiedeberg Anschlu\u00df an die Hochwaldstra\u00dfe gewann oder bei Naundorf auf die alte Stra\u00dfe von Frauenstein stie\u00df. Heute stellt das Wegst\u00fcck zwischen B\u00e4renfels und Niederp\u00f6bel einen beliebten Wanderweg dar, der mehrmals Ausblicke in die T\u00e4ler der Roten Wei\u00dferitz und des P\u00f6belbaches freigibt. Von der B\u00f6hmischen Stra\u00dfe aus gelangt man leicht zu Klotzes Grab am Hofeh\u00fcbel, der Ruhest\u00e4tte eines Forstmannes. Eine gew\u00f6lbte Grabplatte erkl\u00e4rt mit ihrer Inschrift, dass hier \u201eder am 28. November 1864 im Jagdhaus B\u00e4renfels entschlafene K. S. Oberforstmeister und Flo\u00df-Oberaufseher Heinrich Maximilian von KLOTZ&#8230;\u201c begraben liegt. Mit ihm ging die lange Reihe der im Erzgebirge t\u00e4tigen Forst- und Fl\u00f6\u00dfereibeamten zu Ende.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zinnstra\u00dfe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Name Zinnstra\u00dfe erinnert auf den lange Zeit wichtigsten Wirtschaftszweig im Erzgebirge, dem Bergbau, speziell dem Zinnerzbergbau. Auf die Stra\u00dfenz\u00fcge kam es bei bei der Bef\u00f6rderung von Erzen und Holzkohle f\u00fcr die Schmelzh\u00fctten an. In der anderen Richtung waren die Stra\u00dfen f\u00fcr den Abtransport des weiterverarbeitungsf\u00e4hig ausgeschmolzenen Zinns erforderlich. Der Name \u201eZinnstra\u00dfe\u201c f\u00fcr diesen Weg zu den H\u00fctten mu\u00df schon ziemlich lange bestehen. Auf den Karten taucht er allerdings erst sp\u00e4t auf. Z.B. auf der topografischen Karte von Sachsen im Ma\u00dfstab 1:25.000 erst 1910. Heute bewahrt die Benennung nur noch ein 500m langes Wegst\u00fcck. Es setzt unterhalb des Gasthofes schr\u00e4g gegen\u00fcber dem Ende des Forstbergweges an, begann jedoch fr\u00fcher, wie auf Balthasar ZIMMERMANNs \u201eMappa des Gutes Bernfels\u201c (1618) erkennen l\u00e4\u00dft, weiter bergw\u00e4rts und erreicht den Boden des P\u00f6beltals knapp 1km \u00fcber der Wahlsm\u00fchle am Schlagh\u00fcbel. \u00dcber den weiteren Verlauf der Stra\u00dfe ist wenig \u00fcberliefert. In einem Aktenst\u00fcck des Schellerhauer Gemeindearchivs von 1849 wird ein Weg von B\u00e4renfels nach Schellerhau und Altenberg als die sogenannte Zinnstra\u00dfe bezeichnet. Diese fand wohl den Anschlu\u00df an den in einzelnen Teilen ebenso benannten Wegzug \u00fcber Hartmannsdorf, Oberbobritsch, Wei\u00dfenborn nach Freiberg. Ihren genauen Verlauf geben die Karte des Amtes Altenberg von 1692 und die TRENKMANNSCHE des gleichen Bezirkes von 1725 an. Unser kurzes Stra\u00dfenst\u00fcck k\u00f6nnte dann einem zeitweilig benutztem Seitenweg jener bekannten Zinnstra\u00dfe zugeh\u00f6ren. Diese ist zu unterscheiden von der \u201eAlten Zinnstra\u00dfe\u201c s\u00fcdlich von Schellerhau. Wenig \u00f6stlich von unserer Zinnstra\u00dfe verl\u00e4uft der \u201eWandweg\u201c an dem steilen Hang des P\u00f6beltales entlang, hier \u201eFreiberger Wand\u201c genannt. Er durchschneidet den \u201eFreiberger Hau\u201c, ein Waldst\u00fcck, dessen Waldbestand Albrecht von Bernstein zu einem Teil 1593 \u201ezu verkohlunge vor die Freibergischen H\u00fctten\u201c, zu einem anderen Teile 1594 \u201ean die Freibergischen Bergwerke\u201c zum Selbstschlagen verkaufte. Weiter oben kommt der \u201eMittelweg\u201c heran, der auf der Mappa von 1618 \u201ePfaffensteig\u201c oder \u201eNauer (=neuer) Weg\u201c hei\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sichelweg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist nicht bekannt, ob der Name des Sichelweges oder der Sichelbr\u00fccke zuerst entstanden ist. POPP gesteht dem Flu\u00df\u00fcbergang das h\u00f6here Alter zu, indem er den Alten Steinweg dar\u00fcber hinwegf\u00fchrt und den Sichelweg als 1618 noch nicht vorhanden annimt. Auch das Flurkroki zeigt den Ansatz des Weges, aber nicht die Fortsetzung bis zur Br\u00fccke. Das zur Namensgebung benutzte gemeinsame Bestimmungswort kann den Ursprung der Benennung im Schwung der Wegf\u00fchrung oder in der nicht seltenen Form der urspr\u00fcnglichen Br\u00fccke suchen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>B\u00e4renstra\u00dfe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die B\u00e4renstra\u00dfe stellt jetzt f\u00fcr Fahrzeuge die Hauptverbindung von B\u00e4renfels zum Wei\u00dferitztal und damit zur Bundesstra\u00dfe 170 dar. Ihr Name ist jungen Ursprungs und auf dem Flurplan der Jahre um 1840 noch nicht vertreten. Damals und gewi\u00df schon seit alter Zeit f\u00fchrte in das Tal der Steinweg, der unmittelbar vom Stufenweg (Himmelsleiter) abzweigt und ziemlich steil am Hang abw\u00e4rts jetzt bis zur Sichelbr\u00fccke verl\u00e4uft. Noch vor einem Jahrhundert \u00fcberschritt er allerdings den Lauf der Wei\u00dferitz ungef\u00e4hr 200m oberhalb der B\u00e4renfelser M\u00fchle auf einer nicht mehr bestehenden Br\u00fccke. Heute bezeichnet man als Steinweg aber auch den Weg vom Parkplatz in Richtung Kipsdorf, der dann nach einer 180- Grad-Kurve in B\u00e4renfels-Tal die Wei\u00dferitz quert und in die Bundesstra\u00dfe 170 m\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Spitzberg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur vom Nordhang her bietet sich der Spitzberg in Form eines gleichm\u00e4\u00dfig zugespitzten sch\u00f6nen Kegels dar. Als \u201eH\u00e4rtling\u201c aus Teplitzer Quarzporphyr, der durch Verkieselung, die von Kl\u00fcften ausging, besonders fest geworden war, widerstand er der erosiven Zerschneidung, die ihn von den zusammenh\u00e4ngenden Quarzporphyrdecken von B\u00e4renburg (Tellkoppe) und Sch\u00f6nfeld (Rennberg) isolierten. An seinem Nordhang ist unter dem Gipfel ein regelrechter Blockstrom aus scharfkantigen Bruchst\u00fccken ausgebildet, der im Volksmund auch \u201eSteinmeer\u201c genannt wird. An seine Nordwest- und S\u00fcdostflanke lagern sich oberkarbone Konglomerate, die an der von Sch\u00f6nfeld her aus dem P\u00f6beltal heraufsteigenden Stra\u00dfe aufgeschlossen sind. Von der Schneise aus, die bei der Wegkreuzung des Gipfels nach Westen gerichtet ist, sieht man Frauensteins Burgruine, Schlo\u00df und Kirche als imposante Bergkr\u00f6nung die W\u00e4lder \u00fcberragen. Von dem 1985 an der Nord- und Ostseite des Berges geschaffenen Kahlschlag ergeben sich sch\u00f6ne Ausblicke auf das Steinmeer, die Tellkoppe, Kipsdorf, das Tal der Roten Wei\u00dferitz, Oberkipsdorf, den Hofeh\u00fcbel und das P\u00f6beltal. Allerdings w\u00e4chst dieser Kahlschlag langsam wieder zu, so dass diese Ausblicke seltener werden und vielleicht irgendwann wieder historisch sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hofeh\u00fcbel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der zwischen Kipsdorf und B\u00e4renfels sich im Gneis erhebende granitische Hofeh\u00fcbel wurde nach dem B\u00e4renfelser Rittergut, dem \u201eHof\u201c, benannt. Sein Name bezeichnet au\u00dferdem ein gr\u00f6\u00dferes Waldgebiet, das mit dem Wirken des Oberforstmeisters KRUTZSCH un engem Zusammenhang steht. In der Forstabteilung 66e errichtete man ihm zum Ged\u00e4chtnis 1952 einen gew\u00f6lbten Stein mit der Aufschrift \u201eOberforstmeister Hermann KRUTZSCH, dem genialen F\u00f6rderer der vorratspfleglichen Waldwirtschaft zum ehrenden Gedenken\u201c. \u00dcber das Wirken dieses Forstmannes unterrichtet uns Felix FUNKE (1954) in einer Arbeit \u00fcber die \u201eB\u00e4renfelser naturgem\u00e4\u00dfe Waldwirtschaft\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Mappa von ZIMMERMANN (1618) hei\u00dft der Hofeh\u00fcbel einfach \u201eVfm H\u00fcbel\u201c. Sein h\u00f6chster Punkt (692,1m) liegt in dessen hinterem Teil. Das dem Obersachsen und dem Bewohner des \u00f6stlichen Mitteldeutschlands ziemlich gel\u00e4ufige Wort \u201eH\u00fcbel\u201c bezeichnet einen H\u00fcgel. Als m\u00e4\u00dfige Erhebung erscheint dieser Gel\u00e4ndeteil auch von B\u00e4renfels aus; nach West und Ost aber f\u00e4llt er steil um 110 bis 150m nach den T\u00e4lern des P\u00f6belbaches und der Roten Wei\u00dferitz ab. An den mit Mischwald aus Nadelb\u00e4umen, Rotbuchen und Bergahornen bestandenen H\u00e4ngen streben die Fichten mit kr\u00e4ftigen, kerzengeraden St\u00e4mmen zum Licht. Die alten, m\u00e4chtigen Tannen vom Wandweg, die leider in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts gef\u00e4llt werden mu\u00dften, werden noch \u00fcbertroffen durch den Riesenwuchs mehrer Fichten am unteren Osthang nach dem Eintritt des Steinweges von der B\u00e4renfelser M\u00fchle in den Wald. In dieser Zeit ragte der gewaltigste Stamm 51m empor und hatte in Brusth\u00f6he einen Umfang von 3,60m. Im Jahr 1958 wurde eine noch um 2-3m h\u00f6here Fichte gef\u00e4llt, deren sichtbare Schnittfl\u00e4che im Stock 1,40x1m betrug.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>&nbsp;B\u00fcttners H\u00f6he<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fr\u00fcher hie\u00df diese Erhebung, jedenfalls nach einem ehemaligen Besitzer oder Anlieger, der B\u00fcttnerh\u00fcbel, als einstiger Besitz der Gemeinde Schellerhau auch das Gemeindeholz. Auf der Mappa von B\u00e4renfels (1618) ist an seiner Stelle der &#8222;Schiltsacher Hau&#8220; eingetragen, wahrscheinlich eine Rodungsbezeichnung nach einer Person, die von &#8222;Scheller Hau&#8220; unterschieden soll; eine Siedlung hat sich aus dieser Abholzung nicht entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Rotwasser<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Rotwasser, auch Salzlecke oder Salzleckenbach, entspringt einer reichlich spendenden Quelle auf den moorigen Wiesen unterhalb der Schellerhauer Kirche und m\u00fcndet nach nur 2km langem Lauf, aber einem Gef\u00e4lle von rund 160m (1m auf 12,5m Laufstrecke) bei der Sichelbr\u00fccke in die Wei\u00dferitz. Der Name Rotwasser kann mit ehemaligem Eisenbergbau am Lindenhof zusammenh\u00e4ngen; der andere r\u00fchrt von einer Wildfutterstelle her, nach dem auch der fr\u00fcher am oberen Lauf genutzte Schihang kurz &#8222;die Salzlecke&#8220; genannt wurde. Heute dient der Bach als Vorfluter f\u00fcr die Kl\u00e4ranlage des Hotels Stephansh\u00f6he. Mit dem geplanten Bau einer biologischen Kl\u00e4ranlage in Schellerhau wird dieser Bach hoffentlich wieder sauber und klar sein. Im 18. Jahrhundert galt er als eines der fischreichsten Gew\u00e4sser in Sachsen und war Brutflu\u00df f\u00fcr Forellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das B\u00e4renfelser Forstrevier<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">KRUTZSCH \u00fcbernahm das rund 2.900ha gro\u00dfe B\u00e4renfelser Revier 1929, das zwei Jahre vorher mit dem von Rehefeld zusammengeschlossen worden war. H\u00f6henlage, Klima und geologische Verh\u00e4ltnisse dieses gro\u00dfen Gebietes sind sehr differenziert. Im Rehefelder Anteil liegt die Durchschnittsh\u00f6he bei 750m, steigt aber am Hemmschuh zwischen Moldau und Rehefeld bis auf 845m an. Der B\u00e4renfelser Teil ist durchschnittlich nur 650m hoch und f\u00e4llt sogar bei Schmiedeberg am Niederen Brand bis auf 460m ab. Der Teil Rehefeld weist 176 Tage mit Nachtfrost und 1.047mm langj\u00e4hriges Mittel im Niederschlag auf, davon 404mm in der Vegetationsperiode Mai-August. Im B\u00e4renfelser Teil dagegen gibt es 118 Nachtfrosttage und 918 bzw. 378mm Niederschlag. Der allgemeine Mangel an W\u00e4rme (Jahresmittel 5\u00b0C) ist wachstumshemmend. 11 Ausgangsgesteine, verschiedene Gneise, Quarzporphyr, Phyllit, Granit, Nephelinbasalt und Hornblendeschiefer, stellen eine unterschiedliche Bodenfruchtbarkeit und damit verschiedenwertige Standorte der W\u00e4lder her. Als diese W\u00e4lder kurf\u00fcrstlicher Besitz waren, bestand hier noch ein gesunder, nat\u00fcrlicher Mischwald aus Tanne und Fichte oder aus Tanne, Fichte, Buche, untermischt mit Bergahorn, Esche, R\u00fcster, Linde, Kiefer und Birke. Die Buche herrschte mehr im Rehefelder, die Tann mehr im B\u00e4renfelser Revier vor. Reinbest\u00e4nde der Hauptvertreter gab es nicht. Nicht unwesentlich ist zu wissen, dass damals die Gebirgsbauern ihr Vieh fast ausschlie\u00dflich im Wald weideten. Der aufkommende Bergbau forderte einen steigenden Bedarf an Holz. Sogar Freiberg deckte seinen Bedarf zeitweilig aus dem B\u00e4renfelser Revier, so dass der Wald nach und nach \u201e\u00fcberlichtet\u201c wurde, aber noch seinen Mischwaldcharakter behielt. Um 1830 begann man mit der Umwandlung in fast ausschlie\u00dflich Fichtenreinbest\u00e4nde, um den steigenden Holzbedarf der Bev\u00f6lkerung und der zunehmenden Gewerbe zu befriedigen. 1880 wurde die Forstwirtschaft in die staatliche Finanzwirtschaft einbezogen. Der Wald wurde zur \u201eHolzfabrik\u201c. Bei Schnee- und Windbr\u00fcchen, bei spezifischem Insektenbefall und nicht zuletzt durch die starke Luftverschmutzung durch die B\u00f6hmische Braunkohle im vorigen Jahrhundert waren die einheitlichen Best\u00e4nde leicht der Vernichtung anheimgegeben. Heute versucht man wieder Mischw\u00e4lder aufzubauen. Kahlschl\u00e4ge werden heute ebenso vermieden wie Monokulturen. Von dem Waldsterben in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts besonders im Kammgebiet ist heute kaum noch etwas zu sehen. Nach dem ersten Weltkrieg hatte schon 1921 bis 1926 der Oberforstmeister REUND versucht, durch starke Einschr\u00e4nkung des Kahlschlages und durch verst\u00e4rkte Durchforstung Wandel und Besserung in die Waldwirtschaft des B\u00e4renfelser Reviers zu bringen. Als Hermann KRUTZSCH die Reviere \u00fcbernahm, stellte er sich von Anfang an das Ziel, einen naturgem\u00e4\u00dfen, leistungsstarken, betriebssicheren und nachhaltigen Wirtschaftswald zu gestalten. Er erheilt f\u00fcr seine Versuche ein Waldgebiet von rund 170ha zugestanden. Es waren die Abteilungen 61-67 nordwestliche der Oberf\u00f6rsterei am Hofeh\u00fcbel. Ferner kam noch der \u201eSpitze Berg\u201c mit den Abteilungen 73, 74 und 78 s\u00fcdwestlich von B\u00e4renfels hinzu. Dar\u00fcber hinaus wandte KRUTZSCH seine vorratspflegliche Wirtschaftsweise seit dem Beginn seiner T\u00e4tigkeit auf das ganze von ihm verwaltete Revier an. Seine Wirtschaftsprinzipien hat er sich nach und nach selbst erarbeitet, da theoretische Unterlagen und praktische Beispiele nur aus einem Forstrevier bei Zerbst, also aus dem Niederland und f\u00fcr ausgesprochenen Kiefernwald vorlagen. KRUTZSCHs Grundsatz war, dass ein \u201enaturgem\u00e4\u00dfer Wirtschaftswald der horst-, gruppen- und truppenweise ungleichaltrige und gemischte Wald aus standortgem\u00e4\u00dfen Holzarten und Rassen in qualitativ bester Verfassung und Vorratsh\u00f6he\u201c sei. Alle Ma\u00dfnahmen, die zum Aufbau eines solchen Waldes f\u00fchren, werden unter dem Namen \u201enaturgem\u00e4\u00dfe Waldwirtschaft\u201c zusammengefasst. Hauptholzart im B\u00e4renfelser Revier, aber nicht in Reinbest\u00e4nden, blieb die Fichte. Da sie ein flachwurzelnder Waldbaum ist und nur die oberste Bodenschicht ausnutzt, zielte KRUTZSCH auf einen Mischwald, der aus Holzarten mit verschiedenen Wurzelsystemen bestand. Am Hofeh\u00fcbel wuchs so ein idealer Wald aus Buchen, Tannen, Fichten und Bergahornen heran. Allerdings droht die Buche teilweise die vorherrschende Holzart zu werden. Auf entsprechenden Standorten traten Esche, L\u00e4rche, Douglasie hinzu, w\u00e4hrend sich die vom Forstmann nicht gesch\u00e4tzten Weichh\u00f6lzer Birke, Espe und Eberesche nat\u00fcrlich verj\u00fcngten. Auf trockenen Kuppen bevorzugte KRUTZSCH eine H\u00f6henkiefer-L\u00e4rchen- Bestockung, auf anmoorigen Lagen Fichten-Ebereschen-Moorbirken-Bestockung und in frischen Bacht\u00e4lern Edellaubholzmischwald. F\u00fcr Kammlagen ist eine nicht schnee- und windbruchgef\u00e4hrdete Rasse n\u00f6tig. KRUTZSCH versuchte, diese seine Ziele durch regelm\u00e4\u00dfige Ausmerzung alles Schlechten, Unt\u00fcchtigen und nicht Vererbungsw\u00fcrdigen und durch Schaffung eines gesunden, leistungsstarken Jungwuchses zu erreichen. Es gelang ihm, schon nach wenigen Jahren den Saatgutbedarf aus eigenen einwandfreien Best\u00e4nden zu decken. Es sei nicht verschwiegen, dass KRUTZSCH von Anfang an vor gro\u00dfen Schwierigkeiten stand, um den ihm vorschwebenden Mischwald aufzubauen. Auch sind in der Waldwirtschaft, deren voller Nutzen sich erst im zweiten Menschenalter erweisen kann, in f\u00fcnfundzwanzig Jahren keine endg\u00fcltigen Ergebnisse zu erwarten. Dennoch konnte nach knapp 40 Jahren schon von sichtbaren Erfolgen gesprochen werden. Die B\u00e4ume besa\u00dfen gute Kronenbeschaffenheit, gen\u00fcgend Saat- und Pflanzgut stand zur Verf\u00fcgung und im Winter 1952\/53 kamen fast keine Schneebr\u00fcche in Nestern vor, w\u00e4hrend in benachbarten Revieren erhebliche Bruchsch\u00e4den zu verzeichnen waren. Ma\u00dfgeblich f\u00fcr die naturgem\u00e4\u00dfe Waldwirtschaft ist der Grundsatz, trotz h\u00f6chster, \u00fcber dem Zuwachs liegender Umlage keine reinen Kahlschl\u00e4ge durchzuf\u00fchren. Daf\u00fcr erfolgt einzelstammweise Entnahme nach dem Grundsatz: \u201eDas Schlechteste f\u00e4llt zuerst, das Bessere wird erhalten.\u201c Ein weiterer nicht unwesentlicher Bestandteil der Vorratspflege war bei KRUTZSCH die Bodenpflege. Durch die Auflockerung der Best\u00e4nde und den Anbau von Mischh\u00f6lzern ist es m\u00f6glich, dass sich entgegen dem nur mit Nadeln bedeckten Boden des dichten reinen Fichtenwaldes eine artenreiche Flora mit Himbeere, Brombeere, Farn, Hainrispengras, Brennessel und Waldziest ansiedelt, die mit verschiedenartigem Laub einen wertvollen Humusboden erzeugt. Als KRUTZSCH bei seinem Dienstantritt 1926 auch jedes Wegschaffen des Reisigs aus dem Wald verbot, brachte ihm diese Ma\u00dfnahme zun\u00e4chst viele Feinde unter der Bev\u00f6lkerung ein. Aber die bodenbedeckende und nach und nach verwesende Nadelstreu beeinflu\u00dfte g\u00fcnstig die Entwicklung der Bodengase, des Wasserhaushaltes und des N\u00e4hrstoffkreislaufes. Eine ausreichende Pilz- und Bakterienflora entwickelte sich zusehends. Seit 1953 hat man au\u00dferdem eine ausgiebige Gro\u00dffl\u00e4chenkalkung vorgenommen. Besonderes Augenmerk schenkte KRUTZSCH auch dem Wiederanbau der Tanne. Schon vor 200 Jahren wurde festgestellt, dass in unseren Nadelw\u00e4ldern die Tanne, die ja in Sachsen und Th\u00fcringen den Nordrand ihres nat\u00fcrlichen Verbreitungsgebietes bildet, immer seltener wurde. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr waren mannigfaltiger Art: Hitze und Trockenheit, starke Winterfr\u00f6ste, Insektensch\u00e4dlinge, wie Tannenlaus und Tannentriebwickler, Hallimaschbefall, aber auch Rauchsch\u00e4den und waldbaulich falsche Behandlung f\u00fchrten zum Tannensterben. Auch das Wild beteiligte sich an diesem Vernichtungswerk. Im B\u00e4renfelser Revier waren 1931 nach H. MEYER im Teil Rehefeld gro\u00dfe Fl\u00e4chen v\u00f6llig tannenfrei, w\u00e4hrend besonders in B\u00e4renfels noch eine Tannenbeimischung in alten Mischbest\u00e4nden zu finden war, die aber nur 0,3% des Holzbodens betrug. KRUTZSCH zielte auf einen Anteil von 25% hin. Deshalb blieb jetzt jede Alttanne, die noch einen gr\u00fcnen Ast besa\u00df, erhalten. Daher fand man als wohldurchdachte Ausnahme von dem Prinzip der Ausmerzung des Schlechten neben gut bekronten und vollkr\u00e4ftigen auch viele kr\u00e4nkelnde und sch\u00fctter aussehende, meist schwachkronige Tannen. Der verst\u00e4rkte Tannenbau wurde durch den Kriegsausbruch und durch die Nachkriegswirren fast vollst\u00e4ndig zu nichte gemacht. Die Z\u00e4une, mit mit denen die Jungtannen unbedingt vor Wildverbi\u00df gesch\u00fctzt werden m\u00fcssen, gingen fast v\u00f6llig durch Diebstahl und Zerfall verloren. Auch Christbaum- und Schmuckreisigdiebstahl vernichteten die Tannenbest\u00e4nde. Nach MEYERs Berechnungen dadurch ein Verlust von 115.000 Mark. Von den bemerkenswerten 12 Alttannen standen allein 4 im B\u00e4renfelser Revier: Die 220 Jahre alte \u201eKrutzschtanne\u201c in Abteilung 66e mu\u00dfte im Februar 1959 gef\u00e4llte werden. Sie brachte 12 Festmeter Derbholz. \u00c4hnlich erging es der \u201eWandwegtanne\u201c in Abteilung 61f, die nach den ausgez\u00e4hlten Jahresringen sogar 300 Jahre alt war. Heute befinden sich 9.200ha Wald im Forstamtsbereich B\u00e4renfels. Die Bewaldung unseres Gebietes ist mit 39% \u00fcberdurchschnittlich. Heutige Bewirtschaftungsziele sind neben einem guten Betriebsergebnis die Schutzleistungen und Erholungsleistungen des Waldes. Dazu erfolgt ein langfristiger Umbau mit Erh\u00f6hung des Laubholzanteils und der Schaffung von naturnahen, mehrschichtigen, ungleichaltrigen Mischbest\u00e4nden. Bereits 13% der Landeswaldfl\u00e4che sind mehrschichtige Mischbest\u00e4nde. Beim Forstamt B\u00e4renfels befindet sich ein Aboretum (Sammlung einheimischer Pflanzen und Geh\u00f6lze) sowie eine forstwirtschaftliche und geschichtliche Ausstellung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zahlen \u00fcber B\u00e4renfels<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einwohner:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1598: 4 H\u00e4usler # 1834: 110 Einw.&nbsp; # 1871: 149 Einw. # 1890: 162 Einw.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1910: 223 Einw. #&nbsp; 1925: 301 Einw. # 1939: 338 Einw. # 1946: 506 Einw. # 1962: 517 Einw.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1991: 318 Einw. # 1992: 314 Einw. # 1994: 334 Einw. # 1995: 342 Einw. # 1999: 312 Einw. # 2005: 304 Einw.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gesamtfl\u00e4che: 276ha<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4che: 28ha<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ackerwertzahl: 22<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meeresh\u00f6he der Flur: 550 (Beginn des Bahnsteiges) -749,2m (Spitzberg)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eckdaten zum Klima: Mittlere Jahrestemperatur: 5,4\u00b0C Mittlere Temperatur Mai-Juni: 12,2\u00b0C Mittlerer Jahresniederschlag: 970mm Mittlerer Niederschlag Mai-Juni: 305mm Klima<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die W\u00e4rmemittel erh\u00f6hen sich nach Nordosten zu und die Niederschlagssummen verringern sich. Hang- und Hochlagen sind gegen\u00fcber Tallagen beg\u00fcnstigt. Im Winter flie\u00dfen kalte Luftmassen ab, bei Hochdruckwetterlagen strahlt die Sonne l\u00e4nger ein. Hoch \u00fcber dem Dunstbereich der Niederungen und fern von Industrieabgasen gelegen, zeichnet sich das Osterzgebirge allgemein durch viel winterlichen Sonnenschein aus. Zusammen mit der oft vorhandenen, dauerhaften Schneedecke eignet sich das Osterzgebirge gut f\u00fcr Wintersport, vor allem die vielen gespurten Loipen laden zum Schilanglauf ein. Eine Klimatische Sondererscheinung sind die &#8222;B\u00f6hmischen Nebel&#8220;, aus dem erhitzten nordb\u00f6hmischen Becken aufsteigende und sich \u00fcber den Kamm her\u00fcberw\u00e4lzende Luftmassen, die im Winter oft genug durch Stephansh\u00f6he und Spitzberg geteilt werden und B\u00e4renfels mit Sonnenschein versorgen, w\u00e4hrend die Ortschaften ringsum im dichten Nebel versinken. Weiter sind f\u00f6nartige Fallwinde bei von S\u00fcden str\u00f6mender Luft und durch Stau von Nordwesten her hervorgerufene dauerhafte Aufwende zu erw\u00e4hnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Entwicklung seit 1990<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Zusammenbruch des DDR-Regimes machte sich auch in B\u00e4renfels Aufbruchstimmung breit. Seit 1990 wurde sehr viel investiert. So erhielten die meisten kommunalen Stra\u00dfen einen neune Belag. Die Stra\u00dfenbeleuchtung wurde fast vollst\u00e4ndig erneuert. Fast im gesamten Ort sind Fu\u00dfwege entstanden. Im Kurpark, an der Uhr und an vielen anderen Stellen wurde viel gemacht. Viele H\u00e4user wurden renoviert und es entstanden gem\u00fctliche Gastst\u00e4tten und Pensionen. Nachdem die B\u00e4renfelser versucht haben Ihre Trinkwasserversorgung in Eigenregie weiterzubetreiben, wurden sie vom Umweltministerium regelrecht gezwungen in den Trinkwasserzweckverband Wei\u00dferitzgruppe einzutreten: Das Recht auf kommunale Selbstverwaltung wurde zwar nicht abgesprochen, aber jegliche F\u00f6rderung der erforderlichen Modernisierungsma\u00dfnahmen wurde vom S\u00e4chsischen Umweltministerium abgelehnt. Inzwischen hat B\u00e4renfels dadurch wohl mit einen der h\u00f6chsten Wasserpreise in Deutschland. Es wurde eine komplett neue Wasserleitung gebaut, die vom Trinkwasserspeicher Altenberg gespeist wird. Eingemeindung nach Altenberg Am 01.01.1999 endete die Selbstst\u00e4ndigkeit der Gemeinde B\u00e4renfels nach fast 500 Jahren. Die vom Freistaat Sachsen geforderte Mindesteinwohnerzahl war nicht gegeben. Die mehr oder weniger zwangsweise Eingemeindung nach Altenberg war von den meisten Einwohnern und vom damaligen Gemeinderat nicht gewollt. Viel mehr w\u00e4re es wohl sinnvoll gewesen, arbeitsaufw\u00e4ndige Aufgaben, wie Meldewesen oder K\u00e4mmerei zu zentralisieren und die politische Selbstst\u00e4ndigkeit zu erhalten. So schlau war man schon in der DDR und das wird wohl ein Grund gewesen sein, warum dies in neuer Zeit nicht mehr so gewollt war. Am 09.11.1998 19:00 Uhr wurde im Knappensaal Altenberg der Eingliederungsvertrag feierlich durch den B\u00fcrgermeister von B\u00e4renfels, Herrn Behrenz, und den B\u00fcrgermeister von Altenberg, Herrn Kirsten, unterzeichnet. Nach einer gewissen Zeit der Ann\u00e4herung gibt es inzwischen eine recht gute Zusammenarbeit mit der Stadt Altenberg. Es wird weiterhin versucht B\u00e4renfels zu unterst\u00fctzen und weiterzuentwickeln, wenn auch in letzter Zeit das eine oder andere Detail aus dem Blickfeld geriet. Die Feuerwehr hat in den letzten Jahren eine erfreuliche Entwicklung genommen und gestaltet neben ihrem Dienst allj\u00e4hrlich das Parkfest, das Maibaumsetzen und eine Sonnenwendfeier im Kurpark aus. Der Verein KulturGeschichteB\u00e4renfels hat sich sehr f\u00fcr die Restaurierung des B\u00e4renfelser Glockenspiels eingesetzt. Dies ist auch gelungen und das Kleinod spielt wieder t\u00e4glich sch\u00f6ne Melodien. Weiterhin bekannt ist das Osterzgebirgische Puppentheaterfestival, was seit 2004 auf einer alten Tradition des Puppenspiels aufbauend, mit zunehmendem Erfolg jedes Jahr im Oktober stattfindet. Diese Festival wird vom Verein KulturGeschichteB\u00e4renfels und dem Gasthof B\u00e4renfels organisiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Teilweise aus &#8222;Werte der deutschen Heimat&#8220; Band 7 und 8 mit vielen Erg\u00e4nzungen und Verbesserungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichtliches zum Kurort B\u00e4renfels Entstehung Als offizielles Gr\u00fcndungsjahr wird das Jahr 1503 angenommen. 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